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Die Vortragenden, Podiumsteilnehmer und Initiatoren des 26. Digitaldialogs zum Thema "Industrie 4.0 - Auf (dem Weg) zur Produktion der Zukunft": Christian Morawetz (Fraunhofer Austria), Dirk Denker (AVL List), Andrea Denger (Virtual Vehicle), Hannes Robier (youspie Consulting), Peter Brandl (evolaris), Christian Kittl (evolaris), Stefanie Lindstaedt (Know-Center), Gerhard Greiner (Infonova), Patrick Schweighofer (Campus 02)

ExpertInnen diskutieren den Einzug von Industrie 4.0 beim 26. Digitaldialog

02. Oktober 2014 | 14:52 Autor: evolaris Steiermark

Graz (A) Spätestens seit dem diesjährigen Forum Alpbach, wo sowohl Infrastruktur- als auch Wissenschaftsministerium massive Unterstützung für Industrie 4.0 Projekte angekündigt haben, ist klar, dass das Thema in Österreich angekommen ist. Beim Digitaldialog am 30. September in Graz wurde darüber diskutiert, wie man mit der bereits eingeläuteten vierten industriellen Revolution umgehen will.

Mit der zunehmenden Komplexität innerhalb von industriellen Produktionsprozessen steigt die Relevanz von Systemen, die MitarbeiterInnen in der Produktion der Zukunft bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten unterstützen. Peter Brandl, Senior Researcher beim Grazer Kompetenzzentrum evolaris, eröffnet den 26. Digitaldialog mit einem Vortrag zum Thema Assistenzsysteme in der Industrie 4.0. "Der Mensch nimmt in der Produktion der Zukunft weiterhin eine zentrale Rolle ein. In einem sich um den Menschen herum verändernden Arbeitsumfeld steht für uns die Frage im Vordergrund, wie MitarbeiterInnen mit Hilfe von mobilen Assistenzsystemen in ihrem Arbeitsalltag unterstützt werden können", so Brandl. Im Rahmen von Assist 4.0, einem Gemeinschaftsprojekt von evolaris mit österreichischen Industrieunternehmen und Wissenschaftseinrichtungen, wird dieses Thema aufgegriffen und innerhalb der nächsten zwei Jahre werden Anwendungsfälle für die Industrie der Zukunft konzipiert und prototypisch umgesetzt.

Hannes Robier von youspi Consulting betont in seinem Vortrag den Aspekt "Usability". "Akzeptanz ist das Um und Auf bei der Entwicklung von Systemen für die MitarbeiterInnen in der Industrie. Primär geht es darum die Endnutzer zu verstehen und ihre Fähigkeiten richtig einzuschätzen, denn auch in Zukunft müssen sich Maschinen und Systeme den Menschen anpassen - nicht umgekehrt", so Robier.

Dirk Denger, Head of Synergethic Methods and Tool Development bei der AVL List GmbH, gibt zentrale Einblicke in die Umgangsformen des Industriesektors mit dem neuen Thema Industrie 4.0. "Die große Herausforderung besteht derzeit darin, dass Schlüsselqualifikationen, die vor allem durch die zunehmende Komplexität in den Produktionsprozessen gefordert werden, im Rahmen von technischen Ausbildungsangeboten noch nicht abgedeckt werden", so Denger. Bei Industrie 4.0 geht es um die Neugestaltung von Prozessen, mit deren Hilfe eine Losgröße von Eins in der Massenproduktion realisiert werden kann. Dies erfordert die "Automatisierung der Automatisierung" und die Einführung vollkommen neuer Entwicklungsmethoden.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde das Thema "Innovationsbereitschaft" seitens des Industriesektors diskutiert. Dirk Denger unterstreicht diesbezüglich auch die Rolle der Politik. "Industrie 4.0 ist ein Top-Down Thema. Je schneller dieses Thema auf politischer und auch rechtlicher Ebene vorangetrieben wird, desto höher wird die Bereitschaft der Unternehmen und Forschungseinrichtungen sein, sich damit effektiv auseinanderzusetzen." Im Zusammenhang mit der Innovationsbereitschaft seitens der Industrieunternehmen dürfen selbstverständlich auch die Rolle des Menschen und damit verbundene sicherheitsrelevante Fragestellungen nicht außen vor gelassen werden. Andrea Denger vom Kompetenzzentrum Virtual Vehicle betont dabei die Wichtigkeit von sogenannten "Pilotfabriken", die derzeit auch von Fraunhofer Austria und der TU Graz aufgebaut werden. "Test-Fabriken bieten das ideale Umfeld um nicht nur intelligente Produktionsabläufe zu erforschen, sondern auch um die Möglichkeiten und Grenzen von MitarbeiterInnen in der Produktion der Zukunft genauer zu betrachten", so Denger. Auch Brandl sieht das Thema "Akzeptanz" seitens der MitarbeiterInnen als ein zentrales. "Es ist unabdingbar, jene Personen in den gesamten Entwicklungsprozess von Industrie 4.0 miteinzubeziehen, die letztendlich mit diesen Geräten arbeiten werden - das ist auch der Ansatz von Assist 4.0", so Brandl.

Das rege Interesse an der Veranstaltung mit über 100 TeilnehmerInnen und die Qualität der Dialoginhalte zeigten eindeutig auf, dass das Thema Industrie 4.0 von höchster Relevanz ist, um den Industriestandort Österreich nachhaltig zu stärken und auch in Zukunft die internationale Konkurrenzfähigkeit zu wahren.

Der "Digitaldialog" ist eine von der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG), APA - Austria Presse Agentur, evolaris, Campus02, Infonova und IBC organisierte Veranstaltungsreihe (digitaldialog.biz), die sich den neuesten digitalen Trends, Technologien und Anwendungen widmet. Die nächste Veranstaltung in dieser Reihe findet am 28.10. zum Thema "Servitization: Unternehmen auf dem Weg zum service-orientierten Lösungsanbieter" statt.

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