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"Zurück in die Zukunft" beim 31. Raiffeisen Konjunkturgespräch Steiermark

08. April 2021 | 11:46 Autor: RLB Steiermark Startseite, Steiermark

Graz (A) Ganz im Zeichen des Aufbruchs stand das 31. Konjunkturgespräch am 7. April 2021. Gastgeber Raiffeisen-Landesbank Steiermark-Generaldirektor Martin Schaller lud zur Streaming-Veranstaltung in der RLB-Zentrale in Raaba-Grambach. Unter dem Motto: „Zurück in die Zukunft“ skizzierten Experten vor der Kamera, wie ein Comeback der steirischen Wirtschaft gelingt und was die Generation Z bewegt.

Schaller nahm gemeinsam mit Christian Helmenstein, Chefökonom der Industriellenvereinigung Österreich (IV), und Business-Speaker Max Hagenbuchner im R1-Studio der RLB Steiermark Platz. Gleich zu Beginn des von Mathias Pascottini moderierten Events hielt Schaller fest, dass Raiffeisen in der Coronakrise eine wichtige Stütze für die steirische Wirtschaft sei. „Wir versorgen Unternehmen mit Liquidität, damit der Blutkreislauf der Wirtschaft in Fluss bleibt.“ Die Kunden wurden finanziell mit Liquiditätshilfen von rund 800 Millionen Euro unterstützt. Der Wunsch nach einer fachlichen und lösungsorientierten Beratung habe vor diesem Hintergrund stark zugenommen, erklärte Schaller. Um die heimische Wirtschaft nach der Krise wieder anzukurbeln, wurden Zukunftsprojekte initiiert. Ein Fokus sei etwa laut Schaller stärker auf exportorientierte Unternehmen gelegt worden, da diese „doppelt so schnell wachsen wie das BIP“. „Wir wollen heimische Unternehmen ermutigen, den Schritt ins Auslandsgeschäft zu wagen und reduzieren gleichzeitig das Risiko für sie.“ Zusätzlich wurde mit der TATEN-Bank von Raiffeisen ein innovatives Start-up-Service für Jungunternehmer aufgebaut. Die RLB stehe dadurch innovativen Ideen vom Gründerservice über Förderungen bis zu Cloud-Services und Risiko-Kapital zur Seite, erklärte Schaller die Idee dahinter. Um in diesem Zusammenhang KMUs enger mit Start-ups zu vernetzen, wurden zudem neue Kooperationen mit „Techhouse“ oder „Unicorn“ der Karl-Franzens-Uni Graz eingegangen. „Jede gute Idee soll somit finanzierbar sein, um die Innovation in der Steiermark weiter voranzutreiben“, sagte Schaller.

Helmenstein: Heimische Wirtschaft feierte Comeback
Wie der Wirtschaftsmotor Steiermark in der Pandemie läuft, führte Christian Helmenstein, Chefökonom der IV Österreich, aus. Österreich weise nach wie vor eine gespaltene konjunkturelle Entwicklung auf, sagte Helmenstein. „Diese Dualität manifestiert sich in einem deutlich von der Industrie getragenen konjunkturellen Aufschwung, der Dienstleistungssektor hinkt hingegen nach.“ Laut dem Ökonom konnte zwar die zwischen den Sektoren klaffende Lücke in Österreich im Februar spürbar verringert werden, jedoch sei mit jedem weiteren Lockdown eine neuerliche Dynamisierung der Schere zwischen Industrie und Dienstleistung zu erwarten. „Für die heimische wie auch die europäische Industrie gilt der Befund, dass das Comeback gelungen ist und bereits im ersten Quartal 2021 das Prä-COVID-19-Niveau wieder erreicht werden konnte“, bilanzierte Helmenstein. Besonders kräftig fiel die Erholung in den Branchen Automotive und die Chemische Industrie aus. Gerade der Aufschwung in der Autobranche sei für die Steiermark nun besonders relevant. Da das Bundesland zu Beginn der Pandemie durch das Zusammenspiel von massiven Exporteinbrüchen in der Industrie und einem Totalausfall ausländischer Gäste überdurchschnittlich stark betroffen gewesen sei, so der Ökonom. „Der sich nun abzeichnende Rebound ist vor allem den positiven Effekten der Investitionsprämie auf den in der Steiermark stark verankerten Maschinen- und Anlagenbau zurückzuführen sowie auf die stabilisierenden Entwicklungen in der Automobilbranche“, sagte Helmenstein.

Hagenbuchner: Junge Menschen sind nicht die Verlierer der Corona-Krise
Ein Bild der Generation Z zeichnete Max Hagenbuchner beim Konjunkturgespräch. Der gefragte Redner berät unter anderem Start-ups und weiß, was die jungen Menschen wirtschaftlich bewegt. „Meine Altersgruppe wird oft als ‚Generation Corona‘ bezeichnet. In meinen Augen ist das falsch. Natürlich leiden wir, wie alle anderen Altersgruppen, unter der aktuellen Situation und dennoch hat sich für die Mehrheit die persönliche Einschätzung der Zukunft nicht verändert“, sagte er. Der 23-Jährige plädiert dafür, dass Unternehmerinnen und Unternehmer jungen Arbeitskräften möglichst auf Augenhöhe begegnen sollen. „Kommunizieren Sie schnell, möglichst direkt und digital mit jungen Nachwuchskräften.“ Oft sei ein Weiterbildungsangebot, das einem persönlich weiterbringe, ein stärkerer Grund als „eine Gehaltserhöhung oder ein Dienstauto“, um im Unternehmen zu bleiben, sagte Hagenbuchner. „Unternehmen stehen vor verschiedensten Herausforderungen im Umgang mit der jungen Generation Z. Zum einen wird es immer schwieriger, Talente für den Betrieb zu gewinnen, hier ist die Kommunikation entscheidend, und zum anderen ist es oft mühsam, junge Menschen auch langfristig zu halten, da wir selbst die Bedingungen und den Zeitpunkt für neue Herausforderungen bestimmen wollen.“

Florian Gschwandtner, Runtastic-Gründer und live aus Linz zugeschaltet, setzte auf Hagenbuchers Ausführungen auf. Der Führungsstil habe sich verändert, erklärte Gschwandtner. Für die Weiterentwicklung von jungen Menschen in Unternehmen, sei Feedback auf Augenhöhe wichtig geworden. „Unternehmen müssen sich verändern und New Work-Ansätze umsetzen“, sagte Gschwandtner.

Konjunkturgespräch mit rund 500 Teilnehmern
Wo sonst beim Konjunkturgespräch Spitzenvertreter der heimischen Leitbetriebe, Repräsentanten der Politik, Interessenvertretungen, Wissenschaft und Medien zusammenkommen, waren heuer digitale Gäste geladen. Online mit dabei waren rund interessierte 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Im kommenden Jahr soll, sofern es die Gesundheitslage zulässt, das Konjunkturgespräch wieder in gewohnter Weise stattfinden.

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