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Generaldirektor Martin Schaller

Raiffeisen-Landesbank Steiermark: Erstes Halbjahr 2020 im Licht der Corona-Bewältigung

29. September 2020 | 14:21 Autor: RLB Steiermark Startseite, Steiermark

Graz (A) Das erste Halbjahr 2020 war – wie bei allen Banken – auch bei der Raiffeisen-Landesbank (RLB) Steiermark von der Covid-19-Pandemie geprägt. Im Zentrum stand die intensive Begleitung der Unternehmens- und Privatkunden in Zeiten, die für die gesamte Gesellschaft bisher unbekannte Situationen brachte. Trotz des Konjunktureinbruchs und großer Unsicherheiten entwickelte sich das eigene operative Geschäft der RLB Steiermark stabil.

Generaldirektor Martin Schaller: „Banken sind ein Spiegelbild der Wirtschaft. Selbstverständlich spüren wir zeitversetzt ebenso die Folgen der globalen Covid-19-Pandemie. Wir haben in vielen Jahren davor durch eine umsichtige Geschäftspolitik entsprechende finanzielle Puffer aufgebaut, die unseren Kunden nun zugutekommen. Dadurch bleiben wir auch in bewegten Zeiten ein stabilisierender Faktor für den heimischen Wirtschaftsstandort.“

Nachhaltiges Kreditwachstum – konstant hoher Zins- und Provisionsüberschuss
Das Kunden-Kreditvolumen konnte um 4,4 % auf 7,4 Mrd. EUR gesteigert werden. Dieser positive Trend war unter anderem deshalb möglich, weil die RLB Steiermark eine sehr aktive Rolle bei Überbrückungsfinanzierungen übernommen hat. Erfreulich ist dabei, dass die Kreditqualität weiterhin auf sehr gutem Niveau gehalten werden konnte; die NPL-Ratio als Kennzahl ist mit 2,6 % weiterhin ausgezeichnet. Konstant entwickelten sich der Zinsüberschuss sowie der Provisionsüberschuss, die auf 51 Mio. EUR (+ 2,5 %) bzw. 20 Mio. EUR (+ 2,0 %) anstiegen. Schließlich stieg die Bilanzsumme deutlich an, die auf 17,03 Mrd. EUR (+ 11,3 %) ausgeweitet werden konnte.

Schaller: „Die zahlreichen Corona-Hilfsprogramme sowie die intensive Begleitung durch unsere Berater haben vielen Unternehmen und Privaten eine finanzielle Atempause ermöglicht. Wir gehen aber davon aus, dass die Kreditausfälle noch ansteigen werden; in welchem Ausmaß genau, ist derzeit noch nicht einschätzbar.“

IFRS-Halbjahresergebnis durch Wertminderungen belastet – Positiver Ausblick
Während das eigene Geschäft der RLB Steiermark solide verlaufen ist, sind es zum Teil Corona-bedingte Marktturbulenzen und den internationalen IFRS-Bilanzierungsstandards geschuldete Risikovorsorgen (23 Mio. EUR) sowie Abwertungen im Bereich der at equity bilanzierten Raiffeisen Bank International (86 Mio. EUR), die das Konzern-Halbjahresergebnis negativ beeinflussen. Dieses beläuft sich auf – 55 Mio. EUR (2019: 59 Mio. EUR). Weiterhin auf Top-Niveau befindet sich die harte Kernkapitalquote, die mit 17,5 % doppelt so hoch liegt wie gesetzlich gefordert.

Schaller: „Banken haben die Funktion, in Krisenzeiten diverse Marktbewegungen zu kompensieren und auszugleichen. Das tun wir und so ist das Halbjahres-Ergebnis als Momentaufnahme zu sehen, was uns nachhaltig nicht wesentlich belastet. Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass wir für das Gesamtjahr 2020 ein positives Ergebnis erwirtschaften werden.

800 Mio. EUR Corona Liquiditätshilfen der RBG Steiermark
Die RLB Steiermark ist Spitzeninstitut der Raiffeisen-Bankengruppe (RBG) Steiermark und fungiert als Drehscheibe für diverse Corona-Hilfsprogramme. Bisher hat die RBG Steiermark rund 800 Mio. EUR an Liquiditätshilfen für Unternehmen und Private ermöglicht. Davon entfallen rund 400 Mio. EUR auf Überbrückungsfinanzierungen mithilfe von Förderstellen (AWS, ÖHT, OeKB), rund 300 Mio. EUR auf Soforthilfen zur Vorfinanzierung der AMS-Kurzarbeit sowie 94 Mio. EUR für Kreditratenstundungen.

Kundengeschäft im Wandel – „Oktober-Gespräche“ statt Weltspartags-Empfang
Corona-bedingt verändert sich auch das Kundenverhalten. Im Privatkundenbereich bewirkt die Pandemie einen „Digitalisierungs-Turbo“. Vor allem bargeldfreie Kartenzahlungen nehmen enorm zu und verzeichneten eine Steigerung von rund 30 %, sodass täglich über 100.000 Kartenzahlungen von steirischen Raiffeisenkunden getätigt werden.

Die gesetzlichen Vorgaben zum Schutz der Gesundheit werden aber auch den so traditionellen Weltspartag beeinflussen, denn Kundenempfänge wie bisher sind nicht möglich. Raiffeisen Steiermark wird daher stattdessen über den gesamten Monat in allen Bankstellen die „Oktober-Gespräche“ anbieten. Schaller: „Gerade in bewegten Zeiten haben Kunden nicht weniger Fragen, sondern deutlich mehr, wenn es ums Sparen und Anlegen geht. Statt großer Kundenempfänge verstärken wir daher das persönliche Gespräch zwischen Kunde und dem vertrauten Berater – in sicherer Umgebung versteht sich. Wir erwarten rund 100.000 solcher Oktober-Gespräche und sind überzeugt, dass unsere 1.500 steirischen Kundenberater Orientierung und Sicherheit geben können.“

    Raiffeisenlandesbank Steiermark AG

    Kaiserfeldgasse 5, 8010 Graz
    Österreich
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