Dekarbonisierung der Industrie bei der International Sustainable Energy Conference – ISEC 2022

Dekarbonisierung der Industrie bei der International Sustainable Energy Conference – ISEC 2022
Moderator Christoph Brunner (rechts) startet die Diskussionsrunde v.l.n.r.: Johannes Voraberger, Claudia Dankl, Wienfried Braumann, Gerald Zanker, Stefan Schriebl

Linz/Graz (A) Extremwetterereignisse der letzten Jahre haben die Auswirkungen der Erderwärmung einmal mehr drastisch vor Augen geführt. Laut Weltklimarat hat sich die Erde im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bereits um gut ein Grad erwärmt. Und die vergangenen vier Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Die Dekarbonisierung der Industrie stellt in diesem Zusammenhang jedes einzelne Unternehmen, unabhängig von Standort, Größe oder Branche, vor eine wirtschaftliche und technologische Herausforderung. Dabei spielen Bewusstseinsbildung und Wissenstransfer eine entscheidende Rolle bei der Multiplikation technischer Lösungen.

Race to Zero
Mit „Race to Zero“ haben die Vereinten Nationen eine neue Initiative für mehr Klimaschutz im Kampf gegen die Erderwärmung gestartet. Das Ziel ist für alle gleich: den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase bis spätestens 2050 netto auf null zu reduzieren. Inzwischen haben sich mehr als 120 Länder verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu werden, also nicht mehr Treibhausgase wie CO2 auszustoßen, als zurückgewonnen werden. "Race to Zero" ermutigt Unternehmen und Regierungen, in Bezug auf den Klimaschutz mehr Erfahrung zu sammeln, Wissensaustausch zu betreiben und Ehrgeiz zu entwickeln.

Nachhaltiger Vorreiter
Mit der Strategie „Brew a Better World“ wird die Brau Union Österreich gemeinsam mit der ganzen Heineken-Familie als erstes Brauereiunternehmen weltweit bis zum Jahr 2030 in der gesamten Produktion CO2-neutral sein, bis 2040 in der gesamten Wertschöpfungskette. Damit setzt das Unternehmen diesen Schritt sogar zehn Jahre vor dem Ziel des Pariser Klimaabkommens. Erneuerbare Energien in der Produktion werden bereits an vielen Standorten der Brau Union Österreich eingesetzt. Für die Zielerreichung einer CO2-neutralen Produktion bis 2030 gibt es schon konkrete Pläne mit vielfältigen Maßnahmen.

Dekarbonisierung der Industrie! Aber wie?
Bei einem der Workshops im Rahmen der International Sustainable Energy Conference – ISEC am 6.4.2022 – wurde über die Möglichkeit für den nahezu vollständigen Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung bis 2050 diskutiert. DI Christoph Brunner, Geschäftsführer der AEE INTEC, führte als Moderator durch die Podiumsdiskussion bei der Dr. Hannes Voraberger (AT&S AG), Dr. Franz Hörzenberger (ArcelorMittal – wurde zugeschaltet), Dr. Winfried Braumann (REENAG), DI Stefan Schriebl (Wietersdorfer AG), Dr. Gerald Zanker (External Consultant der Brauerei Puntigam und ehem. Braumeister der Brauerei Puntigam) sowie DI Claudia Dankl (Deputy CEO of Association of the Austrian Cement Industry, AUT), teilnahmen. Letztere hielt einen Impulsvortrag zum Thema „Dekarbonisierung der österreichischen Zementindustrie – technologische Lösungen und gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen“. Peter Giffinger, (CEO Saint-Gobain Austria GmbH und Vorstand RespACT) motivierte die Teilnehmer mittels einem Videostatement.

Christoph Brunner, Geschäftsführer der AEE INTEC und Moderator des Workshops, fasst zusammen: „Die Diskussion hat gezeigt, dass der Ausstieg aus fossilen Energien für die Industrie alles andere als einfach ist. Es gibt vor allem große Unterschiede zwischen den Sektoren. Stahl und Zement haben auf Grund der hohen Prozesstemperaturen und der prozessbedingten CO2 Emissionen höhere Herausforderungen zu meistern als zum Beispiel die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, wo Reststoffströme und niedrigere Prozesstemperaturen den Umstieg erleichtern.“

Best Practice Grüne Brauerei Göss
Die „Grüne Brauerei Göss“ in Leoben ist weltweit die erste Großbrauerei mit einer 100% nachhaltigen Bierproduktion und ein Best Practice Beispiel für Dekarbonisierung. „Wir sind am Weg zur Kreislaufwirtschaft und am klimapositiven Königsweg. Aufgrund des Einsatzes der grünen Energien, ist die Produktion in Göss seit 2016 zu 100% CO2 neutral. An die 4.000 Tonnen CO2 werden jährlich vermieden. Am Horizont zeigen sich weitere Potenziale zur Kreislaufwirtschaft: Die Rückstände aus der Biomassevergärung könnten als phosphat- und kaliumreicher Biodünger verwendet werden, um den Humusaufbau zu unterstützen und damit noch mehr CO2 zu binden. Derzeit wird gerade daran gearbeitet, die Wertstoffe aufzukonzentrieren, um den Reststoff in ein hochwertiges Produkt umzuwandeln,“ erklärt Gabriela Maria Straka, Director Corporate Affairs & CSR der Brau Union Österreich, Landesvorsitzende OÖ RespACT und Mitglied des UN Global Compact Committees Austria.

ISEC 2022
Die International Sustainable Energy Conference – ISEC 2022, veranstaltet von AEE INTEC, versteht sich als Förderer für innovative Ideen in den Bereichen Erneuerbare Energiesysteme und Ressourceneffizienz und soll ein Forum für Forschung, Industrie und Energiepolitik sein.
AEE - Institut für Nachhaltige Technologien (AEE INTEC) ist eines der führenden europäischen Institute der angewandten Forschung auf dem Gebiet erneuerbarer Energie und Ressourceneffizienz. In den drei Zielgruppenbereichen „Gebäude“, „Städte & Netze“ und „Industrielle Systeme“ sowie drei technologischen Arbeitsgruppen „Erneuerbare Energien“, „Thermische Speicher“ sowie „Wasser- und Prozesstechnologien“ reicht die Palette der durchgeführten F&E-Projekte von grundlagennahen Forschungsprojekten bis hin zur Umsetzung von Demonstrationsanlagen.

Über die Brau Union Österreich
Über 5,0 Mio. HL Bier setzt die Brau Union Österreich in einem Jahr ab – mit fünfzehn führenden Biermarken, über 100 Biersorten und laufenden Innovationen. Das Unternehmen steht sowohl für Internationale Premium-Brands wie Heineken, Desperados und Sol, die Cider-Marken Strongbow und Stibitzer, das neue Hard Seltzer Pure Piraña, österreichweit verbreitete Top-Marken wie Gösser, Schwechater, die Weizenbiermarke Edelweiss und das alkoholfreie Schlossgold sowie Marken mit starker regionaler Bedeutung wie Zipfer, Puntigamer, Wieselburger, Kaiser, Schladminger, Reininghaus, Villacher und Fohrenburger. 2.700 Mitarbeiter in ganz Österreich sorgen dafür, dass rund 49.000 Kunden und Millionen Bierliebhaber im ganzen Land mit Bier versorgt werden. Dass die Brau Union Österreich dabei auf beste Rohstoffe, höchste Qualität und nachhaltige Produktion – sowohl im Umwelt- als auch im gesellschaftlichen Bereich – setzt, versteht sich von selbst. Dafür wurde die Brau Union Österreich mit dem Prädikat „GREEN BRAND“ ausgezeichnet. Seit 2003 ist die Brau Union Österreich Teil der internationalen HEINEKEN-Familie.

 

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