Vorarlberger Start-up PriorizR gewinnt bundesweiten Innovationspreis

Vorarlberger Start-up PriorizR gewinnt bundesweiten Innovationspreis
PriorizR der famado GmbH besteht aus einer Software, die Gesundheitseinrichtungen und Gesundheitspersonal dabei unterstützt, über einen Algorithmus ein faires und effizientes Wartelistenmanagement umzusetzen. Die Software arbeitet evidenzbasiert und stellt sicher, dass die Wartezeit von Patientinnen und Patienten umso kürzer ist, je höher sich ihr Behandlungsbedarf darstellt.

Nüziders (A) Das PriorizR-System des Vorarlberger Start-ups „famado GmbH“ ist ein neuartiges und flexibles Angebot für das Wartelisten-Management und die effiziente und bedarfsorientierte Priorisierung von Patientinnen und Patienten. Im Rahmen eines bundesweiten Calls, der von Gesundheits- und Wirtschaftsministerium ausgelobt wurde, konnte sich das Unternehmen gegen eine starke Konkurrenz in der Kategorie „Innovationen für das Gesundheitsmanagement“ durchsetzen.  

Gegründet wurde das Start-up im Juni 2021 von Fabian Kreiseder, Dominik Molnar und Markus Themessl. „Wir haben festgestellt, dass das Gesundheits- und Sozialwesen immer wieder vor großen Herausforderungen steht, wenn es um das Management von Wartelisten geht. Welche Patienten und Patientinnen sollen zuerst behandelt werden? Wie können wir Leiden minimieren? Wie können wir Kosten senken und unsere Ressourcen effizient und fair einsetzen? Dabei zeigt sich, dass Wartelisten oft mit veralteten Systemen geführt werden, die fehleranfällig, betreuungsintensiv und daher unnötig teuer sind“, beschreibt Themessl die Idee, die der Gründung zugrunde lag.  

Score. Rank. Match.
Der PriorizR baut auf der systematischen Erfassung verschiedener Charakteristika aller Wartenden auf (Scoring) und ermöglicht dadurch die Vergleichbarkeit ihres Behandlungsbedarfs. So können Patienten und Patientinnen mit einem höheren Bedarf auf der Warteliste priorisiert werden. Die Steuerung des Priorisierungsgrades erfolgt dann mittels verschiedener Algorithmen (Ranking). Im letzten Schritt weist das System den Wartenden passgenaue und verfügbare Behandlungsangebote zu (Matching). Dabei bleiben alle fachlichen Entscheidungen bei den Experten und Expertinnen vor Ort. Die möglichen Anwendungsfälle des Software-Programms umfassen alle Bereiche, in denen Wartelisten entstehen. So ist der PriorizR seit November 2020 beim Institut für Sozialdienste (ifs) in Vorarlberg im Einsatz und unterstützt dabei die Priorisierung und Vermittlung von jährlich über 1000 Psychotherapie-Patientinnen und -patienten im gesamten Bundesland.

Starke Konkurrenz
Dass die Software nicht nur in der Praxis funktioniert, sondern auch innovativ und somit für viele Bereiche Potential verspricht, wurde nicht zuletzt durch eine bundesweite Auszeichnung bestätigt. Im Rahmen eines Calls, bei dem es um Innovationsfördernde Öffentliche Beschaffung (IÖB) geht, konnten neue Lösungen in den drei Bereichen „Innovationen für das Gesundheitsmanagement“, „Innovationen für die Gesundheit“ und „Innovationen für Pflege und Betreuung“ eingereicht werden. Aus insgesamt 80 Einreichungen hat eine Expertinnen- und Expertenjury jene sechs Top-Innovationen ausgewählt, die aus ihrer Sicht das größte Potential haben, den Gesundheits- und Pflegebereich nachhaltig zu unterstützen. Das Softwaresystem PriorizR als Lösung für bedarfsorientierte Patient:innen-Priorisierung konnte sich im Dezember als Sieger in der Kategorie „Innovationen für das Gesundheitsmanagement“ durchsetzen.  

Eine Auszeichnung durch zwei Bundesministerien und die IÖB
Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) und dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) hatte die IÖB-Servicestelle ab dem Sommer 2021 „Gesundheits- und Pflegeinnovationen aus und für Österreich“ gesucht. Das jährliche Beschaffungsvolumen des öffentlichen Sektors beträgt in Österreich über 45 Milliarden Euro. Seit fast zehn Jahren ist die Innovationsfördernde Öffentliche Beschaffung (IÖB) ein wichtiges nachfrageseitiges Instrument der österreichischen Innovationspolitik. Ziel der IÖB-Initiative ist eine verstärkte Investition in innovative Produkte und Dienstleistungen.

FactBox
Die famado GmbH wurde im Juni 2021 von Fabian Kreiseder, Dominik Molnar und Markus Themessl gegründet. Die drei Gründer haben gemeinsam schon 50 Jahre Berufserfahrung, trafen sich aber im Zuge eines berufsbegleitenden BWL Kurses am MCI Innsbruck. Sie kombinierten ihre Expertisen in Gesundheitsmanagement, Business Analytics und Projektmanagement und machten sich an ihre Vision, das Wartelistenmanagement im DACH Raum zu revolutionieren. Ihr Geschäftsplan wurde auch gleich mit dem MCI Creativity Award 2021 ausgezeichnet und als umsetzungsreifstes Konzept gekürt. Im Dezember 2021 folgte die bundesweite Auszeichnung durch die Ministerinnen Gewessler und Schramböck.


 

priorizr | famado GmbH

  Rehbühel 10, 6714 Nüziders
  Österreich
  +43 699 3846692

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