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Bürgermeister Rainer Siegele (Umweltverband), Wieland Hofer (Häusle), Mag. Martin Bösch (Häusle), DI Dr. Quido Salzmann (illwerke vkw), Dr. Christof Germann (illwerke vkw) und Umweltlandesrat Erich Schwärzler (v.l.n.r.) (Bild: Lisa Mathis)

Biogas aus Vorarlberg für Vorarlberg

20. März 2013 | 13:20 Autor: boehler+pointner Vorarlberg

Dornbirn (A) Gemeinsam ist es Häusle, illwerke vkw und dem Umweltverband gelungen, aus Biomüll künftig Energie für Vorarlberg zu gewinnen.

„Wir haben eine Lösung gefunden, wie Biowertstoffe in wertvolle Energie umgewandelt und somit den Menschen und Betrieben in Vorarlberg in Form von Biogas zurückgegeben werden können. Mit dem Umweltverband und den illwerke vkw konnten wir die perfekten Partner für dieses zukunftsweisende Projekt gewinnen“, so Martin Bösch, Geschäftsführer der Häusle GmbH.

Dem Projekt „Biogas aus Vorarlberg für Vorarlberg“ liegt ein optimaler Verwertungskreislauf zu Grunde: Am Anfang stehen etwa 14.000 Jahrestonnen Bioabfall der Vorarlberger Haushalte. Durch die erfolgreich abgeschlossene Kooperation zwischen dem Umweltverband und dem Umweltdienstleister Häusle ist die Versorgungssicherheit und damit die Grundlage für das Projekt gegeben. „Ziel des Umweltverbandes ist es, entweder Abfall zu vermeiden oder diesen in den Kreislauf zurückzuführen. Die Biogasanlage ist ein vorbildliches Projekt, mit dem genau das gelingt: Bioabfall wird in Energie und hochwertige Erden umgewandelt und somit bleibt nichts übrig, das unsere nächsten Generationen belastet. Wir freuen uns, Teil dieses weitsichtigen Projektes sein zu können“, sagt Bürgermeister Rainer Siegele, Obmann des Umweltverbandes.

Biogas für 2.000 Vorarlberger Haushalte
Bei Häusle in Lustenau werden aktuell 7,8 Millionen Euro investiert, um die Biogasanlage auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Durch den Umbau erreicht die Anlage eine Leistung, die den gesamten Bioabfall aus Vorarlberg in Energie umwandeln kann. Im Oktober 2013 startet die Produktion. „Wir werden mit der neuen Anlage zwei Millionen Normkubikmeter Biogas in Erdgasqualität gewinnen. Damit könnten jährlich rund 2.000 Vorarlberger Einfamilienhäuser durchschnittlicher Bauqualität mit Raumwärme versorgt werden. Insgesamt entspricht das von Häusle jährlich aufbereitete Biogas etwa dem Erdgasverbrauch einer Gemeinde in der Größe von Altach“, erklärt Wieland Hofer, Geschäftsführer der Häusle GmbH.

Wertschöpfung bleibt im Land
Mit illwerke vkw konnte Häusle den idealen Partner gewinnen, um den Kreislauf zu schließen: Das Biogas wird in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist und steht damit den Vorarlberger Haushalten und Betrieben zur Verfügung. „Für illwerke vkw ist die Kooperation mit Häusle und dem Umweltverband ein weiterer Meilenstein in Richtung Energieautonomie. Das Biogas entsteht aus lokal verfügbaren Energieträgern und stärkt unsere Unabhängigkeit von Importen aus dem Ausland. So bleibt die Wertschöpfung im Land und es entsteht ein regionaler, CO2-neutraler und feinstaubfreier Energiekreislauf“, betont Dr. Christof Germann, Vorstand illwerke vkw.

Biogas: ein flexibler und zuverlässiger Energieträger
illwerke vkw übernehmen bis zu 50 Prozent der Gasmenge und bieten das Biogas aus Vorarlberg ab Jänner 2014 ihren Kunden an. „Aufbereitetes Biogas ist ein flexibler und zuverlässiger Energieträger, der über das vorhandene Erdgasnetz bedarfsgerecht an unsere Kunden – beispielsweise Privathaushalte, Kommunen oder Erdgastankstellen – geliefert werden kann. Dies ist im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energieträgern unabhängig von der Jahreszeit und durchgehend möglich. Darüber hinaus binden biogene Rohstoffe beim Wachstum CO2, sodass die Nutzung von Biogas im Idealfall CO2-neutral ist“, erklärt DI Dr. Quido Salzmann, Leiter des Bereiches Energiewirtschaft und Vertrieb bei illwerke vkw. Den verbleibenden Teil des Biogases entnimmt Häusle dezentral aus dem öffentlichen Netz und betreibt damit sogenannte „Satelliten-Blockheizkraftwerke“ (BHKWs). Mit diesen wird Ökostrom produziert, und die dabei anfallende thermische Energie kann beispielsweise an Industriebetriebe mit hohem Prozesswärmebedarf abgegeben werden. Darüber hinaus deckt Häusle teilweise seinen eigenen Energiebedarf am Standort Königswiesen in Lustenau ab.

Gemeinsam in Richtung Energieautonomie
Das landesweite Zusammenspiel, die Größenordnung der Sammlung und das Volumen der Biogasgewinnung sind bisher einzigartig in ganz Österreich. Umweltlandesrat Erich Schwärzler zeigte sich bei der Pressekonferenz begeistert vom Engagement der Vorarlberger Unternehmen, um die Energieautonomie 2050 zu erreichen: „Mit dem Bau der neuen Biogasanlage leistet der Umweltdienstleister Häusle gemeinsam mit den Partnern Umweltverband und illwerke vkw einen wichtigen Beitrag zur regionalen Kreislaufwirtschaft und Energieversorgung im Rahmen der Energieautonomie Vorarlberg. Darüber hinaus sichert diese zukunftsweisende Energieinvestition regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Ich danke den Projektbetreibern für diese innovative Weichenstellung, die wichtige Schritte in die Energiezukunft Vorarlbergs setzt.“

  • Aus dem Bioabfall der Vorarlberger Haushalte wird Energie für Vorarlberg (Bild: Umweltverband)
    uploads/pics/Bioabfall-biogasanlage-vkw-haeusle-wirtschaftszeit.jpg

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