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Erfolgreiche Schornsteinsprengung im Betriebsgebiet Gais

01. März 2012 | 13:33 Autor: Vorarlberger Illwerke Vorarlberg

Bludesch/Gais (A) Jahrzehntelang prägte der 43 Meter hohe Schlot mit einem Sockel-Durchmesser von rund 6,40 Metern das Landschaftsbild im rund 70.000 Quadratmeter großen Betriebsgebiet Gais. Heute Vormittag um 10.00 Uhr musste der inzwischen baufällig gewordene Ziegelbau aus dem vorigen Jahrhundert weichen, um Platz für ein neues Nutzungskonzept zu schaffen.

Die Experten des Militärkommandos Vorarlberg und des Jägerbataillons 23 unter der Leitung von Sprengmeister Vizeleutnant Theo Gritsch hatten die Sprengung minutiös berechnet, um sicher gehen zu können, dass der Schornstein in die gewünschte Richtung fällt. Dazu wurden rund 15 Kilogramm eines gelatinösen Sprengstoffs, aufgeteilt in drei Ladungen, in rund 60 Bohrlöchern angebracht und gezündet.

In einer Höhe von rund zehn Metern wurde dabei ein so genanntes Fallmaul in den doppelwandigen Schlot gesprengt. Dadurch konnte – analog zu einem Keil beim Fällen eines Baumes – die Fallrichtung vorgegeben werden. Die Sprengung des Schornsteins war in seiner Art einzigartig in Vorarlberg und für die Experten des Bundesheers eine willkommene Gelegenheit, die Ausbildung der Rekruten auch einmal vor Ort durch praktischen Anschauungsunterricht zu ergänzen.

Hochblüte der Textilindustrie
Bereits im Jahr 1830 wurde an dem Standort Gais bei Bludesch eine Fabrik zur „Türkischrotfärberei“ gegründet. Das Verfahren der Türkischrotfärberei, aufwendiger Prozess zur Textilveredelung, war im 18. Jahrhundert aus dem Orient über Frankreich nach Mitteleuropa gelangt. 1881 wurde die Fabrik an die Firma Douglass verkauft. Es wurden zusätzlich eine Baumwollspinnerei und eine mechanische Bleicherei errichtet.

1904 erwarb Emil Degerdon den Betrieb und spezialisierte sich auf die Veredelung von Glattstoffen und Stickereien. Ab den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde zudem eine Färberei betrieben. Die Textilfärberei und -veredelung war die Haupttätigkeit bis zur Insolvenz im Jahr 2006. Im Jahr 2007 wurde das Betriebsareal von Delunamagma Industries GmbH übernommen, eine relevante betriebliche Tätigkeit wurde bis zur Insolvenz 2009 jedoch nicht durchgeführt. 2011 erwarben die Vorarlberger Illwerke das Areal.

Illwerke entwickeln neues Nutzungskonzept
„Die Abbrucharbeiten im Betriebsgebiet Gais begannen im November 2011 und werden voraussichtlich, inklusive Abtransport, rund ein Jahr andauern“, so Illwerke-Liegenschaftsmanager Ing. Markus Burtscher. Mit den Arbeiten wurde die ARGE Tomaselli - Gabriel, Jäger, Hilti Jehle und Rhomberg beauftragt.

Es werden ca. 80.000 Tonnen Abbruchmaterial anfallen. Damit handelt es sich um einen der größten Gebäudeabbrüche in Vorarlberg. Das Material wird größtenteils wiederverwertet. Sobald die Liegenschaft baureif gemacht wurde und die Bewilligungen für ein neues Kleinwasserkraftwerk mit Verlegung des Dabaladabaches vorliegen, soll zusammen mit einem Immobilienentwickler ein Nutzungskonzept für das Betriebsgebiet Gais erarbeitet werden.

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