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Die Organisatoren und Referenten der Veranstaltung „Maschinen- & Anlagenbau im Fokus“: Michael Liebminger (SFG), Udo Traussnigg (FH CAMPUS 02), Robert Ginthör (Know-Center), Bernhard Mühlburger (M&R Automation), Bernd M. Stütz (M&R Automation), Thomas Rohrmann (SAS) [v.l.n.r.]

Neue Perspektiven durch Big Machine Data bei M&R Automation

06. April 2017 | 08:21 Autor: M&R Automation Österreich, Steiermark

Grambach (A) Die in der Produktion generierten Daten von Maschinen können in Kombination mit anderen Informationen nicht nur Prozesse optimieren, sondern völlig neue Geschäftsmodelle kreieren. Bei der SFG-Veranstaltung „Maschinen- & Anlagenbau im Fokus“ konnte man sich bei M&R Automation vom Potential, das in Big Machine Data steckt, überzeugen.

Bei einem deutschen Premium-Autohersteller ist eine Anlage in Betrieb, die alle 20 Sekunden ein komplettes Hightech-Hinterachsgetriebe auswirft. Die Anlage kommt aus Grambach: „Wir bei M&R Automation sind auf die Entwicklung und den Bau solcher Montage-, Produktions- und Prüfanlagen spezialisiert“, erklärt Bernd M. Stütz (CEO). Und damit ist M&R Automation wohl der beste Veranstaltungsort für die vierte Auflage der „Maschinen- & Anlagenbau im Fokus“- Reihe der Steirischen Wirtschaftsförderung in Zusammenarbeit mit der FH CAMPUS 02 und M&R Automation. In seinen einleitenden Worten erzählte Stütz den rund 100 TeilnehmerInnen der Veranstaltung von der immer größeren Bedeutung der Datengewinnung und -nutzung für das Unternehmen, „weil die Kunden oft selbst nicht ausreichend in der Lage sind, eine Gesamtanlage laufend zu optimieren“. Das Publikum konnte sich davor bei der Führung durch die Produktionshallen vom Know-how von M&R Automation überzeugen und bekamen dabei bestätigt, welcher Umbruch der gesamten Branche bevorsteht.

Die Datengenerierung von Maschinen direkt aus dem Produktionsprozess kann für Unternehmen lebenswichtig sein. Ein drastisches Beispiel dafür brachte Moderator Udo Traussnigg (FH CAMPUS 02) anhand eines Stahlwerks, das Opfer eines Hackerangriffs wurde. Die Hacker legten nicht das Werk lahm, sondern veränderten die Zusammensetzung der Stahlkomponenten. Mit dem permanenten Datenabgleich per Big Machine Data hätte der Fehler (womöglich) sofort bemerkt werden können.

Was Big Machine Data in der Praxis bedeutet, demonstrierte Bernhard Mühlburger, Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von M&R Automation, anhand einer Produktionsanlage für Hinterachsgetriebe: „Die in ihr arbeitenden 22 Roboter mit 40 Steuerungseinheiten, verbunden mit 115 km Kabel, verarbeiten etwa 27.000 variable Parameter und generieren Rohdaten von 100 Gigabyte – pro Tag! Diesen Datenschatz gilt es zu heben und entsprechend einzusetzen.“ Für Mühlburger entwickelt sich M&R Automation deshalb vom traditionellen Anlagenbauer immer mehr in Richtung Softwarehersteller und Serviceanbieter.

Wie die Hebung eines solchen Datenschatzes funktioniert, damit beschäftigt sich Robert Ginthör vom Know-Center, dem Grazer Kompetenzzentrum für Data-driven Business und Big Data Analytics. Für ihn ist das Zusammenspiel von Mensch und Maschine entscheidend. Der Mensch als „Data-Scientist“, der die generierten Daten interpretiert, die dann die maschinelle Seite entsprechend verarbeitet. Wie wichtig die menschliche Entscheidungsfähigkeit ist, zeigte Thomas Rohrmann (SAS Institute Software) anhand eines Beispiels aus der Praxis: Auftrag war es, Indikatoren zu finden, die einen Ausfall von Computertomographen sicher und rechtzeitig voraussagen können. Also wurde ein Gerät mit Hightech-Messtechnik bestückt. Und tatsächlich: ein Parameter zeigte mit 90 %iger Sicherheit den Ausfall des Gerätes an. Das Problem: leider
erst einen Tag davor. Rohrmanns Fazit: „Analytics muss auf die Straße gebracht werden, um in Geld verwandelt zu werden.“

Das Endresümee der Veranstaltung am 3. April 2017 zog Bernd M. Stütz: „Durch die vierte industrielle Revolution wird es zu keinen menschenleeren Fabriken kommen. Vielmehr werden wir alle – wie bereits die zuvor stattgefundenen Revolutionen gezeigt haben – davon profitieren, in dem neue Arbeitsplätze geschaffen und der Wohlstand erhöht wird“.

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