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DI (FH) Andreas Gerstenmayer

AT&S mit 10%iger Umsatzsteigerung weiter auf Wachstumskurs

03. November 2020 | 08:20 Autor: AT&S Startseite, Steiermark

Leoben (A) AT&S hat eine der schwersten Wirtschaftskrisen seit dem zweiten Weltkrieg bislang bravourös bewältigt und sowohl bei Umsatz als auch EBITDA eine 10%ige Steigerung erzielt. Das diversifizierte Geschäftsmodell, dass durch den Kapazitätsausbau bei IC-Substraten und den Aufbau des Modulgeschäfts zusätzlich gestärkt wird, zeigt sich aktuell in Bezug auf die Profitabilität robust.

"AT&S hält Kurs. Obwohl die aktuelle Pandemie die Nachfrage in einigen Bereichen drückt und wesentliche Auswirkungen auf die Zielmärkte hat, konnten wir den Wachstumskurs weiter fortsetzen. Erfreulicherweise zeichnet sich im besonders hart getroffenen Automobilmarkt aus unserer Sicht eine Bodenbildung ab. Die fortschreitende Digitalisierung dank steigendem Datenverkehr, Internet der Dinge und verstärkter Konnektivität erhöht derzeit die Anforderungen an die digitale Infrastruktur und deren Endgeräten massiv. Auf Basis der positiven Entwicklung im ersten Halbjahr sind wir für die verbleibenden Monate des Geschäftsjahres optimistisch. Unsere Geschäftsentwicklung ist jedoch auch vom weiteren Verlauf der Coronavirus-Pandemie, dem Umfang der aufgelegten Konjunkturpakete und geopolitischen Faktoren abhängig“, kommentiert CEO Andreas Gerstenmayer die ersten sechs Monate.

AT&S konnte im ersten Halbjahr den Konzernumsatz auf 537,8 Mio. € (VJ: 490,3 Mio. €) steigern. Der erfolgreiche Produktionsanlauf der erweiterten Kapazitäten in Chongqing I, der die wachsende Nachfrage nach ABF-Substraten bedient, trug wesentlich zum Umsatzwachstum bei. Positiv wirkte auch das verbreiterte Kunden- und Anwendungsportfolio bei mobilen Endgeräten, das die Umsatzverschiebungen aufgrund von verzögerten Produktneuanläufen kompensierte. Im Segment AIM erzielte der Bereich Industrial einen Umsatzanstieg. Der Bereich Automotive war im Halbjahr mit einer geringeren Nachfrage konfrontiert, zeigte aber zuletzt eine sequenzielle Verbesserung. Wenn auch der Bereich Medical eine solide Nachfrage aufwies, stand aufgrund eines veränderten Produktmix ein Umsatzrückgang zu Buche.

Das EBITDA erhöhte sich von 101,1 Mio. € auf 111,2 Mio. €. Die Gründe für die gestiegenen Ertragswerte sind vorrangig auf den höheren Konzernumsatz zurückzuführen, wobei zu berücksichtigen ist, dass zur Vorbereitung auf zukünftige Technologiegenerationen und zur Verfolgung der Modularisierungsstrategie weiterhin verstärkt in Forschung & Entwicklung investiert wurde. Diese Aufwendungen sichern die Zukunftsfähigkeit und erweitern das Ertragspotenzial mittelfristig signifikant.

Die EBITDA-Marge lag bei 20,7 % und war damit auf dem Vorjahresniveau von 20,6 %. Das EBIT verbesserte sich von 29,4 Mio. € auf 32,8 Mio. €. Die EBIT-Marge lag bei 6,1 % (Vorjahr: 6,0 %). Das Finanzergebnis sank aufgrund des niedrigeren Zinsergebnisses und negativer Währungseffekte von 2,8 Mio. € auf -13,0 Mio. €. Das Konzernergebnis verringerte sich trotz eines deutlich höheren operativen Ergebnisses vor allem aufgrund des negativen Finanzergebnisses von 19,5 Mio. € auf 14,7 Mio. €.

Die Vermögens- und Finanzlage blieb zum Ultimo weiter solide. Die Bilanzsumme erhöhte sich im Zuge von Anlagenzugängen und Technologie-Upgrades gegenüber dem Bilanzstichtag um 9,0 % auf 2,0 Mrd. €.

Das Eigenkapital verringerte sich aufgrund negativer Wechselkurseffekte um -3,9 % auf 730,4 Mio. €. Auf Basis des geringeren Eigenkapitals und der gestiegenen Bilanzsumme lag die Eigenkapitalquote mit 36,2 % unter dem Wert zum 31. März 2020. Die Nettoverschuldung erhöhte sich aufgrund der verstärkten Investitionstätigkeit um 54,0 % von 246,7 Mio. € auf 380,0 Mio. €. Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten betrug 348,5 Mio. €. Zusätzlich verfügt AT&S über finanzielle Vermögenswerte von 177,7 Mio. € und über 425,5 Mio. € an nicht genutzten Kreditlinien zur Sicherstellung der Finanzierung des künftigen Investitionsprogramms und kurzfristig fälliger Rückzahlungen.

Ausblick 2020/21
Dank der strategischen Ausrichtung sieht sich AT&S gut aufgestellt, um die aktuelle Krise erfolgreich zu bewältigen und an den weiterhin intakten Trends im Markt positiv zu partizipieren.

Die aktuelle Einschätzung der Marktentwicklung für die kommenden Monate des Geschäftsjahres sieht wie folgt aus:
- Weiterhin stark wird gemäß den vorliegenden Prognosen die Nachfrage nach IC-Substraten sein. - Bei den mobilen Endgeräten kommt es aufgrund zeitlich verzögerter Produktanläufe zu Nachfrageverschiebungen ins 3. Geschäftsjahresquartal, für das 4. Geschäftsjahresquartal wird eine übliche Saisonalität erwartet.
- Im Bereich Automotive ist nach einer Bodenbildung ein leicht positiver Trend erkennbar.
- Der Bereich Industrie wird auf dem Niveau des Vorjahres liegen.
- Für medizintechnische Anwendungen wird für das Gesamtjahr ein leichtes Wachstum erwartet.

Operativ wird sich AT&S im laufenden Jahr auf die optimale Nutzung bestehender, den Aufbau von neuen Kapazitäten vor allem für IC-Substrate und Modul-Leiterplatten in Chongqing konzentrieren und allen voran den Ausbau seiner geschäftlichen Performance weiter vorantreiben.

Die starken Zahlen im ersten Halbjahr, die gute Auftragslage im 3. Geschäftsjahresquartal, der erfolgreiche Anlauf der zusätzlichen Kapazitäten in Chongqing I sowie die hervorragende Marktpositionierung bestärken den Vorstand trotz der Unsicherheiten auf den globalen Märkten einen Jahresausblick zu geben. Unter der Annahme, dass es aufgrund der Covid-19-Pandemie zu keinen massiven Beeinträchtigungen in den relevanten Schlüsselmärkten, an den Produktionsstandorten sowie der Lieferkette kommt, erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2020/21 einen wesentlichen Wachstumsschub mit einer Umsatzsteigerung von rund 15 % bei einer EBITDA-Marge in der Bandbreite von 20 % bis 22 %.

Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr 2020/21
„Der Kapazitätsausbau in Chongqing stärkt unsere weltweite Marktposition bei IC-Substraten und Modulen, daher treiben wir die Investitionsvorhaben weiter voran. Sie sind die Basis für das weitere Wachstum des Unternehmens“, kommentiert CEO Andreas Gerstenmayer das aktuellen Investitionsprogramm. Im Sinne der Ausgabendisziplin wird für Basisinvestitionen (Instandhaltung und Technologie-Upgrades) in Abhängigkeit von der Marktentwicklung ein reduziertes Budget von bis zu 80 Mio. € veranschlagt. Im Rahmen der strategischen Projekte plant das Management – je nach Projektfortschritt – für das Geschäftsjahr 2020/21 Investitionen in einer Höhe von bis zu 410 Mio. € plus 30 Mio. € aufgrund von Periodenverschiebungen zwischen den Geschäftsjahren.

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